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15. August 2020: Ein Campus ohne Begegnungsort ist kein Campus

Der geplante Bildungs- und Gesundheitscampus auf dem Gelände der ehemaligen Linsingenkaserne soll einen Begegnungort erhalten. Das fordert zumindest die rot-rote Gruppe im Hamelner Stadtrat per Antrag.

Entsprechende Pläne sollen die Stadt und der Landkreis gegebenenfalls mit weiteren Kooperationspartnern erarbeiten. Die Gruppe aus SPD und LINKEN im Hamelner Rat schließt sich damit einer Forderung der Mehrheitsgruppe im Kreistag an. Mit dem Abriss der Mensa ergebe sich eine ganz neue Situation für den Campus. Aus Sicht der Gruppe SPD/Linke gehören zu einem Campus nicht nur Orte des Lernens und die Menschen, die den Campus mit Leben füllen, sondern auch passende Infrastruktur. Bis zur Entscheidung des Kreistags, die bisherige Mensa abzureißen, war das Konzept auch vollständig. Mit dem Entschluss für den Abriss, ergibt sich eine neue Sachlage.

"Wir können keinen Campus bauen für mehrere Tausend Menschen, die dort lernen und lehren sollen und denen dann keine Möglichkeit bieten, direkt vor Ort ihre Mahlzeiten zu beziehen. Ein Campus ist ein Ort der sozialen Begegnung. Dafür müssen wir auch Räume schaffen. Einen Ort wo man sich begegnet, zusammen isst oder einen Kaffee trinkt. Solche Orte füllen einen Campus mit Leben. Das darf auf keinen Fall fehlen." so Gerd Siepmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Hamelner Rat. Und sieht weitere Möglichkeiten: "Ein solcher Begegnungsort kann eine große Strahlkraft in die umliegende Nachbarschaft entfalten, Stadtteil-Identität bringen und so Akzeptanz schaffen."

Auch Wilfried Binder, Fraktionsvorsitzender der SPD und Gruppensprecher der SPD/Linken-Gruppe sieht das so: "Als wir das Profil für unseren Teil des Campus im Rat beschlossen haben, war das Konzept vollständig. Die Mensa, zwar auf dem Teil des Landkreises, war als gemeinsamer Begegnungsort geplant. Mit der Entscheidung zum Abriss der Mensa wurde von Seiten des Landkreises ein Loch in die Konzeption des gesamten Campus gerissen." Binder befürchtet: "Für interessierte Bildungsträger, die auf dem Campus investieren wollen, ist das ein großes Manko. Das müssen jetzt die Verwaltungen von Stadt und Landkreis abstellen, um das Projekt weiter nach vorne zu bringen. Für den Campus und für die gesamte Region."

Über den Antrag soll erstmals im Ausschuss für Stadtentwicklung am 16. September beraten werden.

Der Antrag 203/2020 im Wortlaut

Antrag

Die Verwaltung wird beauftragt mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont und weiteren möglichen Partnern Verhandlungen zur Konzeptionierung und Realisierung eines Begegnungsortes auf und für das Linsingen-Campusgelände aufzunehmen. Dabei sollen Quartiers- und Anwohnerbedürfnisse, als auch inklusive Aspekte berücksichtigt werden.


Begründung

Bekanntlich soll das Gelände der ehemaligen LIKA zu einem Campus-Areal mit Schulen, Bildungsträgern und anderen Einrichtungen entwickelt werden. Für die Entwicklung eines echten Campus liegt aber bis heute keine Konzeptionierung vor, sondern allenfalls Ideen für die Platzierung verschiedenster Institutionen.

Auf dem Gelände der Linsingenkaserne und dem näheren Umfeld sind keine Begegnungsorte außerhalb der jeweils separaten Institutionen zu finden. Dies ist aber für eine Campus-Idee sehr bedeutend, zumal in der weiteren Umgebung des Basberges ohnehin Gastronomieangebote eher rar sind. Es ist daher erforderlich, gemeinsam mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont und weiteren möglichen Partnern zunächst ein Konzept für einen Begegnungsort zu erstellen und entsprechende Flächen auf dem Gelände zu reservieren bzw. in zu schaffende Strukturen (Gebäude / Park) zu integrieren. Dabei sollten neue Konzepte der Quartiersarbeit, inklusive Beschäftigungsformate und die Bedürfnisse der anliegenden Anwohner berücksichtigt werden.

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