Antwort an den Verein "Verein Gegenwind am Düth"

2011 Schultze
 

Bettina Schultze

 

Der Verein hatte im Vorfeld zu der kürzlichen Ratsitzung einen Brief mit den Gründen gegen die Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergieanlagen (Fläche X) geschrieben. Ratsfrau Bettina Schulze hat diesen im Namen der SPD Fraktion beantwortet.

 

Sehr geehrter Herr Rosegger und Mitstreiter!

Danke für Ihr persönliches Anschreiben bezüglich Ihrer Bedenken und Sorgen um die Vorrangflächen für Windenergienutzung in Ihrer Umgebung.

Im Namen der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hameln versichere ich Ihnen, dass wir uns die Entscheidung um die Vorrangflächen nicht leicht gemacht haben.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hameln hat immer für einen Mindestabstand von 1200 Metern zur Wohnbebauung gestritten.

Leider mussten wir uns im Verfahren dem Sachzwang unterordnen, dass wir selbst bei einer Verringerung des Mindestabstands zur Wohnbebauung auf 1000 m nicht genügend Vorrangflächen (mindestens 1% der Gesamtfläche der Stadt Hameln) ausweisen können.

Nachdem sich herauskristallisiert hat, dass der geringere Abstand möglicher Windenergieanlagen zur Wohnbebauung notwendig wird, sollte auf Wunsch der SPD-Fraktion das Gespräch mit Mitbürgern gesucht werden, die in ähnlichem Abstand zu bereits vorhandenen Anlagen wohnen. Damit wollten wir uns über mögliche Belastungen für die Anwohner informieren.

Auf meine Initiative hin sind die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung über Land gefahren. Wir haben uns Windkraftanlagen bei Ahrenfeld angesehen und dort auch mit einem Betreiber gesprochen. Dabei konnten auch etliche Detailfragen bezüglich Schattenwurf und Geräuschbelastung geklärt werden. Viele unserer Bedenken wurden schnell ausgeräumt, weil man uns von technisch neuen Lösungen für Geräusch- und Schattenwurfproblemen berichtet hat.

Anschließend sind wir zu Fuß durch das Dorf gegangen und haben Anwohner in der näheren Umgebung der Windkraftanlagen einzeln angesprochen. Probleme wurden dabei nur zu einer der vier Anlagen laut. Dort fängt sich der Schall vor einem Hügel und das führt bei bestimmten Windverhältnissen, trotz moderner Technik, zu Geräuschbelästigungen.

Unseres Erachtens sind die Vorrangflächen, die nun ausgewiesen werden sollen, die am besten geeigneten Flächen. Meiner Ansicht nach führt kein vernünftiger Weg an der Ausweisung von Vorrangflächen vorbei.

Da es Interessenten gibt, die an den vorgesehenen Vorrangflächen Windkraftanlagen bauen möchten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass hier nach Klageverfahren Windenergieanlagen erstellt werden, auch ohne dass das Gebiet als Vorrangfläche ausgewiesen ist. Dies gilt dann eben auch für jede innerstädtische Fläche, die für eine Anlage groß genug ist.

Wir Kommunalpolitiker wollen gerecht, verantwortungsbewusst und nach bestem Wissen handeln, sind durch Sachzwänge aber manchmal auch zu Entscheidungen gezwungen, die nicht jedem recht sind. Seien Sie versichert, dass wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht haben.

Ich wohne auch in einem Ortsteil der Stadt Hameln und weiß, dass das, was uns nahe ist, uns auch besonders wertvoll ist.

Bitte versuchen Sie, sich mit der Ausweisung der Vorrangflächen zu arrangieren.

Ich denke, hinter der Energiewende stehen wir fast alle.

Bettina Schultze, SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hameln

 
    Energie     Kommunalpolitik     Verbraucherschutz
 

 


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